Fachdienst Sanitätsdienst

Aus Wissensdatenbank DRK Duesseldorf e.V.
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Einschätzung von Patienten

• Beurteilung des Einsatzortes

• Prüfen des Bewusstseins

• ABC(DE)-Schema => Transportentscheidung

• Zweituntersuchung

• Anamnese

ABC(DE)-Schema

Zwei Grundsätze werden bei der Patienteneinschätzung berücksichtigt:

„Treat first, what kills first“ (Behandle, was als erstes tötet)

“Treat as you go” (Behandle während Du untersuchst)

A „Airway“ (Atemwege)

B „Beathing“ (Beatmung)

C “Ciruclation” (Kreislauf)

D “Disability” (neurologisches Defizit)

E “Environment” (Umfeld, Extremitäten)

A „Airway“

A-Problem

• Schnarchendes Atemgeräusch (Weichteilverlegung) • Pfeifendes Atemgeräusch bei der Einatmung (Verengung der oberen Atemwege) • Gurgel während der Atmung (Flüssigkeitsansammlung in Mund und/oder Rachen) • Fehlendes Atemgeräusch (vollständige Verlegung der Atemwege)

A-Maßnahmen

• Freimachen der Atemwege: o Kopf nackenwärts beugen (Reklination) o Esmarch-Handgriff (bei V.a. HWS-Verletzung) o Mund ausräumen/Absaugen • Freihalten der Atemwege: o Oropharyngealtubus (nach Guedel) o Nasopharyngealtubus (nach Wendel) o Larynxtubus o Endotracheale Intubation (Regelkompetenz durch den Notarzt)

B „Breathing“

B-Beurteilung

• Ist Atmung vorhanden? • Wie ist die Atemfrequenz? • Bewegt sich der Brustkorb ausreichend und gelichmäßig? • Wird die Atemhilfsmuskulatur mit eingesetzt? • Gibt es begleitende Atemgeräusche? • Spricht der Pat. ganze Sätze ohne Unterbrechung? • Gibt der Pat. subjektive Atemnot an?

B-Maßnahmen

• Oberkörperhochlagerung • Beengende Kleidung entfernen • Ggf. Sauerstoffgeben • Lagern unter einbeziehen der Atemhilfsmuskulatur • Ggf. assistiert oder kontrolliert beatmen

C „Circulation“

C-Beurteilung

• Radialispuls (Handgelenk) vorhanden? • Carotispuls (Hals) vorhanden? • Pulsfrequenz: schnell oder langsam? • Pulsqualität: flach tastbar oder gut tastbar? • Ist der Puls rhythmisch oder arrhythmisch?

C-Maßnahmen

• Bei nicht vorhandenem Puls am Hals oder Unsicherheit: Reanimation beginnen • Beruhigen, Betreuen • Venösen Zugang vorbreiten (für die Infusionstherapie und Medikamentengabe) • Lagerung • Blutung stillen  

D „Disability“

D-Beurteilung

• Neurologischer Status o Gesichtmuskelschwäche („Grimasse“ schneiden lassen) o Absinken im Halteversuch (Armhalteversuch) o Sprachdefizit (Satz nachsprechen) • Auswertung: Wenn sich bei einer dieser Kriterien ein auffälliger Befund ergibt ist die Schlaganfallwahrscheinlichkeit bei 72%

(CincinatiPrehospital Stroke Scale)

• Differenzierung der Orientiertheit

POST

P Person

O Ort

S Situation

T Time (Zeit)

Glasgow-Coma-Scale

Augen öffnen
Spontan 4
Auf Aufforderung 3
Auf Schmerzreiz 2
Keine 1
Beste verbale Reaktion
Konversationsfähig, orientiert 5
Konversationsfähig, desorientiert 4
Inadäquate Äußerung 3
Unverständliche Laute 2
Keine 1
Beste motorische Reaktion
Auf Aufforderung 6
Auf Schmerzreit

  Gezielt

  Ungezielt Beugeabwehr

  Beugesynergismen

  Streckersynergismen


5

4

3

2

Keine 1
Summe:         Punkte

D-Maßnahmen

• Differenzialdiagnostisch: BZ bestimmen

• Anamnese: Zeitpunkt des Symptombeginnes!!!

• Zugang vorbereiten

• Transport in eine Klinik mit Stroke Unit

E „Exposure“

• Pat. völlig entkleiden (soweit notwendig)

• Extremitäten • Wärmeerhalt  

Norm- und Richtwerte

Erwachsene

Normen und Werte können je nach zugrunde gelegter Literatur Abweichungen aufweisen.

Atmung
Atemfrequenz 12 Atemzüge pro Minute
Atemzugvolumen 8-10ml pro Kilogramm

damit 500-800ml

Atemminutenvolumen = Atemfrequenz x Atemminutenvolumen =ca. 6-9,5l
Sättigung (SpO2) ≥ 94%
Kreislauf
Puls Regelmäßig, kräftig
Herzfrequenz 60-80 Schläge pro Minute
Schlagvolumen 70ml
Herzmintenvolumen =Herzfrequenz x Schlagvolumen = ca. 4,9l
Blutdruck Systole 100-140mmHg

Diastole 65-90mmHg

Haut Trocken, warm, rosig
Rekapillarisierungszeit 1-2 Sek.
Weitere
Blutzucker 60-140mg/dl
Temperatur Ca. 37°C (Körperkerntemperatur)